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Die beliebtesten Armbanduhren im Review

Taschenuhren – stilvoll und elegant

Taschenuhren

Taschenuhren

Die Taschenuhr und die Dosenuhr sind die ältesten tragbaren Uhren der Menschheitsgeschichte. Mittlerweile wurde die Taschenuhr von der Armbanduhr verdrängt. Dennoch stellt sie bis heute Reichtum und Prestige dar. Es wird zwischen zwei verschiedenen Grundtypen unterschieden – die Lépine und die Savonette. Weil Taschenuhren heute zwar nicht mehr in Mode sind, dennoch aber gerne als Geldanlage oder aus Hobby gekauft werden, gibt es noch immer Hersteller von Taschenuhren mit Handaufzug- oder Quaarzwerken.

Die Savonette ist eine geschlossene Taschenuhr und wird auch als Sprungdeckel-Taschenuhr bezeichnet. Die Krone befindet sich meistens auf Höhe der 3 Uhr Stellung. Dagegen sind Lépine offene Taschenuhren. Sie sind nach dem französischen Uhrmacher Jean-Antoine Lépine benannt. Die Krone befindet sich über der 12 Uhr Zeigerstellung. Hier zeigen wir die wichtigsten Infos rund um die Geschichte, die Funktionsweise und den Kauf von Taschenuhren mit verschiedenen Uhrwerken.

Dosenuhren – die ersten Taschenuhren im Mittelalter

Bevor die ersten am Körper tragbaren Uhren im späten Mittelalter erfunden wurden, basierten die Uhrwerke auf Gewichten. Zwei unterschiedlich schwere Gewichte waren über ein Seil miteinander verbunden. Durch die Schwerkraft bewegten sich die Gewichte und trieben die Uhr an. Das Seil verlief über eine Rolle, die wiederum mit den Zahnrädern verbunden war. Diese bremsten die Bewegung der Gewichte aus und bewegten das Zifferblatt.

Die beschriebene Technik fand Anwendung in schweren Standuhren und bei Turmuhren. Jedoch war diese Technologie für die mobile Verwendung gänzlich ungeeignet. Erst die Erfindung des Federantriebs ermöglichte den Bau von kleinen Uhren. Die Feder wurde beim Aufdrehen des Uhrwerks zusammengedrückt und gab ihre Energie beim Ausdehnen an den Zahnradmechanismus weiter.

Die erste Taschenuhr der Welt

Die älteste bekannte Taschenuhr wurde vom Nürnberger Peter Henlein 1504 konstruiert. Er baute das Uhrwerk in einen Bisamapfel ein. Das war eine zylinderförmige Dose, die um den Hals getragen wurde und mit Duftstoff wie Moschus befüllt wurde. Entsprechend wurden die ersten Taschenuhren auch als Dosenuhren bezeichnet. Aufgrund ihrer Größe wurden sie jedoch zunächst nicht in einer Tasche getragen, sondern in einem Sack oder Beutel, der um die Hüfte gebunden wurde. Daher wird als Synonym für Dosen- und Taschenuhren die Bezeichnung Sackuhren verwendet.

Die Taschenuhren waren bis ins 17. Jahrhundert nur mit einem Stundenzeiger ausgestattet. Die Technik war noch wenig ausgereift, sodass die Uhr bei einer voll aufgedrehten Feder sehr schnell lief und mit nachlassender Spannung immer langsamer wurde. Dadurch war die Ganggenauigkeit sehr gering. Außerdem reagierten die Taschenuhren sehr empfindlich auf Temperaturänderungen und Erschütterungen. Trotzdem entwickelten sich Taschenuhren zu einem Luxusobjekt, mit denen die Oberschichten ihren Reichtum zur Schau stellten.

Erst durch die Einführung der Spindelhemmung im 17. Jahrhundert konnte die Ganggenauigkeit von Taschenuhren so weit verbessert werden, dass ein Minutenzeiger verwendet werden konnte. Während anfangs Taschenuhren noch die Form eines Zylinders hatten, wurde diese zunächst durch eine ovale und letztlich durch die heute typische gleichmäßig, runde Form ersetzt. Der Aufzug von historischen Taschenuhren erfolgte mithilfe eines Schlüssels. Selbst nach Erfindung der Armbanduhr blieb die  Taschenuhr ein Symbol für Männlichkeit. Erst in den 1920er Jahren wurde die Taschenuhr zunehmend durch die Armbanduhr verdrängt.

Taschenuhren mit mechanischem Aufzug

Moderne Taschenuhren mit Handaufzug werden seit dem 19. Jahrhundert über die Krone bedient. Durch die Aufzugsbewegung wird im inneren der Uhr, im Federhaus, eine Feder zusammengepresst. Das Federhaus soll die Feder vor Verunreinigungen und andere Bauteile vor dem mechanischen Druck der Antriebsfeder schützen. Wenn die Feder sich ausdehnt, gibt sie kinetische Energie ab und treibt den Mechanismus der Uhr an. Das Problem bei einer Feder ist ihre ungleiche Energieabgabe.

Während eine voll aufgezogene Feder sehr viel Energie abgibt, besitzt sie am Ende nur noch sehr wenig. Die Konsequenz ist, dass eine mechanische Taschenuhr zunächst zu schnell und am Ende zu langsam läuft. Um nur die Phase zu nutzen, in der die Feder größtenteils gleichmäßig Energie abgibt, wird ein Malteser-Sperrkreuz verwendet. Es handelt sich um zwei Räder: das Antriebsrad und das Sternrad. Das Antriebsrad wird von der Feder bewegt und besitzt einen Stift.

Dieser Stift greift bei jeder Umdrehung in die Schlitze des Sternrades und bewegt dieses. Jedoch ist das Sternrad so konstruiert, dass es bei einer bestimmten Umdrehung keinen Schlitz gibt und somit der Mechanismus beim Aufziehen und kurz vor dem Ablaufen blockiert. Trotzdem gibt es Abweichungen, die durch die Hemmung ausgeglichen werden sollen. Die Hemmung ist ein Bauteil, welches das Räderwerk mit dem Gangregler verbindet.

Es gibt drei Haupttypen: die rückführende Hemmung, die ruhende Hemmung und die freie Hemmung. Wobei Letztere am häufigsten bei modernen Taschenuhren mit Handaufzug genutzt wird. Dabei ist die Ankerklaue an einem Schwungrad befestigt. Wenn sich das Schwungrad bewegt, fällt die Ankerklaue in die Zacken des Ankerrads und blockiert dieses kurz. Dadurch wird die permanente Energieabgabe in einzelne Schritte zerlegt, die letztlich den Zeitschritten entsprechen.

Aktuelle Technik und Werke in Taschenuhren

Auch wenn Taschenuhren von Armbanduhren verdrängt wurden, konnten sie ein Comeback als Accessoire feiern. Frauen tragen Damentaschenuhren mittlerweile an Ketten um den Hals oder dem Handgelenk. Natürlich haben auch Entwicklungen für Armbanduhren Einfluss auf die Technik der Taschenuhr. So gibt es mittlerweile nicht nur mechanische Uhrwerke für Herrentaschenuhren, sondern auch Quarz-Taschenuhren. Bei diesen werden der Taktgeber und das Uhrwerk durch eine Batterie betrieben.

Dadurch schwingt der Taktgeber, der Quarzoszillator, mit 32.768 Hz, wogegen eine mechanische Uhr nur 4 bis 10 Hz erreicht. Entsprechend ist eine Taschenuhr mit Quarzwerk wesentlich genauer als eine mechanische Uhr. Eine Weiterentwicklung der Quarz-Taschenuhr ist die Funktaschenuhr. Diese empfängt vom DCF77 Langwellensender bei Frankfurt am Main ein Zeitsignal. Über eine integrierte Schaltung wird der Schrittmotor der Uhr angesteuert und auf die aktuelle Uhrzeit eingestellt.