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Die beliebtesten Armbanduhren im Review

Fliegeruhren – Armbanduhren für Piloten und Flieger

Fliegeruhren

Fliegeruhren

Fliegeruhren gehören auch heute noch zu den beliebtesten Armbanduhren auf dem Markt. Fliegeruhren erinnern noch an die Zeit, als Piloten noch Helden waren. Sie ist speziell an die Bedürfnisse von Fliegern angepasst, die die Armbanduhr für die Navigation benötigten. Fliegeruhren gehörten zu den ersten Herrenarmbanduhren, denn vorher waren Armbanduhren Accessoires für Frauen gewesen und Männer griffen auf die Taschenuhr zurück.

Diese waren jedoch für den Gebrauch in einer kleinen Kabine ungeeignet. Die ersten Fliegeruhren waren mechanische Uhren mit Handaufzug. Später folgten Automatikuhren und nach dem Ende der Navigation mithilfe einer Uhr wurden in den 1980 Jahren auch Modelle entworfen, die Quarzuhrwerke besitzen. Eine Vielzahl von Automatikuhren findet auch heute noch viele Käufer, da die Uhren sportlich und elegant zugleich sind.

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Die erste Pilotenuhr der Welt

Die erste Pilotenuhr wurde von dem Luftfahrtpionier Alberto Santos Dumont in Auftrag gegeben. Der Brasilianer war Multimillionär, Erfinder und natürlich Pilot. Zunächst konstruierte er verschiedene Luftschiffe und wendete sich später den Flugzeugen zu. Er war der erste Mensch der einen Motorflug über 100 Meter schaffte und erhielt dafür von der französischen Regierung ein Preisgeld von 1.500 Franc, dabei trug er bereits die erste Pilotenuhr der Welt.

Er und sein Freund Louis Cartier entwickelten 1906 zusammen eine robuste Uhr, welche am Handgelenk befestigt werden konnte. Die mechanische Uhr bestand aus Gold, der Übergang vom braunen Lederarmband zum Gehäuse war fließend. Kurz darauf wurde diese Uhr unter den Namen „Santos“ als erstes Serienmodell einer Fliegeruhr auf den Markt gebracht und erfreute sich vor allem bei den Wohlhabenden großer Beliebtheit. Bis heute wird die Marke „Santos“ von Cartier für Fliegeruhren verwendet und lehnt sich dabei am Design des ursprünglichen Modells an.

Koppelnavigation und Navigieren in der Luft

Bevor Uhren für die Luftfahrtnavigation eingesetzt wurden, konnten Piloten nur nach Sicht fliegen. Beim sogenannten „franzen“ musste sich der Pilot an markanten Merkmalen der Umgebung orientieren. Damit blieb für die Richtungsbestimmung zwar der Kompass, doch eine genaue Ortsbestimmung war beispielsweise über den Ozean nicht möglich und nautische Navigationsinstrumente waren zu groß und unhandlich für den Einsatz in den ersten Propellermaschinen.

Um eine genaue Ortsbestimmung vorzunehmen, musste die Flugrichtung, Fluggeschwindigkeit und die Zeit bekannt sein. Mit der Koppelnavigation kann aus diesen drei Informationen eine relativ genaue Ortsbestimmung vorgenommen und anspruchsvollere Flugrouten geplant werden. Dabei war die Flugabweichung mit nur rund 5 Prozent relativ gering.

Gestaltung und Komplikationen bei Fliegeruhren

Die folgenden Fliegeruhren orientierten sich stark an dem Design der „Santos“. Sie waren sehr schlicht gestaltet. Das Armband war überproportional groß, da die Fliegeruhr über der Lederjacke getragen wurde. Das Zifferblatt war weiß und die Zahlen schwarz, damit die Zeit auch bei schlechten Sichtverhältnissen abgelesen werden konnte. Später wurden die Zahlen und Zeiger mit fluoreszierender Farbe bestrichen, damit diese auch in der Nacht einfach ablesbar waren.

Außerdem erhielten die Fliegeruhren den sogenannten Fliegerring. Diese Komplikation bzw. Drehlünette ermöglichte es zunächst bestimmte Zeiträume abzulesen. Ihr Nullpunkt wurde auf den Stand des Minutenzeigers gedreht. Dadurch konnte schnell und einfach die vergangene Zeit abgelesen werden. Ergänzt wurde dies später durch das Tachymeter und der Rechenschieberlünette. Mit der Rechenschieberlünette konnten Seemeilen in Kilometern umgerechnet werden. Das Tachymeter ist eine Weiterentwicklung der Drehlünette.

Mit ihr kann die zurückgelegte Entfernung in einer spezifischen Zeit bestimmt werden, wenn die eigene Geschwindigkeit bekannt ist. Alle Fliegerringe mussten groß genug sein, damit der Pilot diese auch mit Lederhandschuhen bedienen konnte. Moderne Fliegeruhren sind mit Totalisatoren – ein eigenes kleines Ziffernblatt auf der Sekunden, Minuten und Stunden abgelesen werden können – ausgestattet Diese waren damals jedoch bei Fliegeruhren nicht im Einsatz, da sie bei schlechten Lichtbedingungen nur schwer ablesbar waren.

Charles Lindbergh und das Dreizifferblatt

Eine entscheidende Weiterentwicklung für die Flugnavigation und die Fliegeruhren geht auf den Amerikaner Charles Lindbergh zurück. Nach seinem Flug mit der „Spirit of St. Louis“ von New York nach Paris, trat er mit der Firma Longines Wittnauer-Watch Co in Kontakt. Er wollte die Kursberechnung für Langstreckenflüge vereinfachen, indem die Längengradbestimmung mit Fliegeruhren realisiert werden konnte. Dafür wurde ein zentrales, drehbares Hilfszifferblatt eingebaut, welches sich mit dem Zeitsignal des Radios synchronisieren ließ. 1931 wurde die erste Stundenwinkeluhr der Weltöffentlichkeit vorgestellt, die nach ihren Initiator „Longines Lindbergh“ benannt wurde. Es handelte sich um einen der wichtigsten Fortschritte für die Fliegeruhren und die Luftfahrtnavigation.

Der technische Standard bei Fliegeruhren

Die Bezeichnung Fliegeruhr ist kein geschützter Name. Doch es gibt Versuche, wie bei Taucheruhren, einen Standard durchzusetzen – die DIN 8330. Die FH Aachen, der Uhrenhersteller Sinn Spezialuhren Gmbh, Eurocopter Deutschland und weitere Experten versuchen seit 2012 Richtlinien durchzusetzen, die moderne Fliegeruhren erfüllen sollen, damit sie für Sicht- und Instrumentenflug geeignet sind. Um diese zu erfüllen, muss die Zeit auf den Fliegeruhren bei Tag und Nacht schnell und einfach abzulesen sein.

Weiterhin müssen die Fliegeruhren den Beanspruchungen des Flugbetriebs standhalten, also Druckwechsel, Feuchtigkeit, Vibration usw. Außerdem dürfen sie keine Auswirkungen auf die Bordinstrumente haben, also keine magnetischen Felder erzeugen. Sowohl Automatikuhren als auch Quarzuhren müssen eine hohe Ganggenauigkeit besitzen. Zusätzlich müssen Flieger-Automatikuhren über eine ausreichend hohe Gangreserve verfügen.

Gegenwart & Zukunft der Fliegeruhren

Im Jahr 2013 wurde vom Unternehmen Garmin die erste GPS Fliegeruhr „D2“ vorgestellt. Das Unternehmen ist bereits auf Navigationsgeräte für die Luftfahrt spezialisiert und diese Uhr richtet sich speziell an Piloten von Kleinst- und Leichtflugzeugen. Es wird die gleiche Technologie wie in tragbaren Luftfahrt GPS-Systemen verwendet.

Dadurch kann nicht nur der Ort bestimmt werden, sondern auch Flughöhe und Druck. Weiterhin umfasst es die Funktionen eines normalen GPS Geräts und Flugpläne können direkt auf das Gerät geladen werden. Damit befindet sich in der Uhr fast die gesamte Navigationstechnik eines Flugzeuges und könnte Fliegeruhren tatsächlich wieder zu Uhren für Piloten machen.