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Die beliebtesten Armbanduhren im Review

Chronographen – Armbanduhren mit Stoppfunktion

Chronographen

Chronographen

Sportuhren mit Stoppfunktion, also sogenannte Chronographen, sind überaus beliebt. Moderne Uhren können mit einer Vielzahl an Sonderfunktionen ausgestattet sein. Diese werden bei mechanischen Uhren als Komplikation bezeichnet, eine davon ist der Chronograph. Grundsätzlich ähnelt die Funktionsweise von Chronographen einer Stoppuhr. Durch einen Tastendruck wird die Zeitnahme gestartet, gestoppt und auf den Nullpunkt zurückgesetzt.

Doch es gibt einen zentralen Unterschied: während eine Stoppuhr nur eine Zeitmessung vornimmt, zeigt eine Chronograph- Armbanduhr parallel die Uhrzeit an. Dementsprechend gehören nur analoge Quarz- und Automatikuhren zu dieser Kategorie. Bei Digitaluhren wird nur die Bezeichnung Stoppuhrfunktion verwendet, unabhängig ob nur die Uhrzeit bzw. die Stoppuhr oder beides angezeigt wird. Wir zeigen, was es beim Kauf und der Handhabe von Chronographen zu beachten gibt.

Klassische Chronographen und Rattrapante Uhren

Allgemein wird zwischen zwei verschiedenen Modellen unterschieden. Klassische Chronographen können ein Zeitintervall messen, dafür wird der reguläre Sekundenzeiger verwendet. Der Rattrapante oder auch Schleppzeiger-Chronograph besitzt dagegen einen extra Sekundenzeiger. Dieser kann unabhängig gestoppt und zurückgesetzt werden, wodurch es ermöglicht wird Zwischenzeiten festzuhalten. Bei einigen Armbanduhren erfolgt die Zeitmessung für längere Zeiträume auf Totalisatoren. Das sind kleine Ziffernblätter auf denen die verstrichenen Minuten und Stunden abgelesen werden können. Wenn die Zeitmessung nach einer Pause fortgesetzt werden kann, wird dies als Additionsstoppung bezeichnet.

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Taschenuhren mit einer Stoppuhrfunktion ausgestattet. Bei diesen Herren Chronograph konnte der Sekundenzeiger der Uhr angehalten werden, jedoch wurde damit das gesamte Uhrwerk gestoppt und sie musste anschließend neu gestellt werden. Der erste Herren Chronograph wurde 1821 vom Franzosen Nicolas Rieussec entworfen und als Patent angemeldet. Dabei lief die Uhr fortlaufend weiter. Ein Schreibmechanismus zeichnete in Form von Punkten und Strichen die abgelaufene Zeit auf.

Die Erfindung des modernen Chronographen

Der entscheidende Durchbruch, der eine Verwendung auch bei der Taschenuhr und somit auch späteren Herren Chronograph ermöglichte, war die Erfindung von Vallée de Joux. 1844 befestigte er das Nullstellherz auf dem Sekundenrad. Doch erst 1862 konnte er mit seiner Firma Firma Nicole & Capt einen Herren Chronographen als Taschenuhr präsentieren, bei der die Zeitmessung keinen Einfluss auf die Uhrzeit nahm. Erstmals wurde die Technologie 1933 in einer Breitling Armbanduhr verwendet, die auch schon die Additionsstoppung unterstützte. Der Prototyp einer Herren Chronograph Automatikuhr wurde zwar 1949 entwickelt, doch der Herren Chronograph Seiko Quarz Astron von Seiko wurde erst 1969 als Serienmodell auf den Markt gebracht. Weitere Anbieter wie Heuer, Breitling, Dubois-Dépraz und Zenith folgten.

In den nächsten Jahren wurden diese Automatik Chronographen von den Quarzuhren verdrängt, die wesentlich günstiger herzustellen waren und ebenfalls mit einer Zeitmessfunktion ausgestattet werden konnten. Erst seit den 1990er Jahren hat sich der Markt für Automatikuhren wieder erholt und es gibt erneut Damen und Herren Chronograph Automatikuhren. Die Bedienung ist bei allen Uhren ähnlich gestaltet. Es gibt zwei Schalter, der erste dient als Start- und Pausetaste, während der zweite den Zähler in Nullstellung bringt.

Rattrapante-Chronographen besitzen eine weitere Taste für den zweiten Sekundenzeiger. Unabhängig ob Damen Chronograph oder Pilotenuhr, es werden zwei verschiedene Techniken für den Chronographen verwendet. Uhren aus den 1930er und 1940er Jahren sind überwiegend mit einem Schaltrad ausgestattet. Diese Technik gilt als Königsdisziplin des Uhrhandwerks und findet sich heute nur noch als Damen und Herren Chronograph in Luxus Armbanduhren.

So funktioniert ein moderner Chronograph

Wenn das Schaltrad durch einen Tastendruck seine Position ändert, wird zwischen verschiedenen Zahnrädern eine Verbindung geschaffen und die Zeitmessung beginnt. Insgesamt ist es ein kompliziertes Zusammenspiel von Zahnrädern und Kupplungen. Deswegen ist die Herstellung aufwendig und entsprechend teurer. In den meisten Uhren befindet sich deshalb eine Nockenschaltung. Die Teile können gefräst werden und es ist keine aufwendige Nachjustierung notwendig. Zwar befinden sich im Inneren auch Zahnräder, jedoch ist die Aktivierung bzw. Deaktivierung einfacher gestaltet.

Durch die Betätigung des Startknopfs wird die innere Mechanik durch eine Winkelveränderung der Kupplung einfach freigegeben oder blockiert. Von der Funktionalität sind beide Schaltwerke für Chronographen gleichwertig. Ein funktioneller Unterschied zwischen den Chronographen besteht nur bei dem verwendeten Uhrwerk. Automatik Chronographen bieten den Vorteil, dass kein Batteriewechsel notwendig ist. Dafür ist die Frequenz des Taktgebers mechanisch erzeugt, wodurch diese Uhren etwas ungenauer sind. Im Gegenzug lässt sich die Gangreserve verlängern, indem der Sekundenzeigen angehalten wird. Dagegen erzeugen Quarz Chronographen den Takt elektronisch in einer wesentlich höheren Frequenz. Dadurch bieten die Quarz Modelle auch die Möglichkeit Sekunden im 1/10 oder gar 1/100 Bereich zu messen.